Handball-EM: Österreich fehlt zum Aufstieg Effizienz


Österreichs Handballteam: Analyse der EM 2026 und Blick in die Zukunft

In den ersten sechs Partien unter Romero, der als Nachfolger von Ales Pajovic große Fußstapfen zu füllen hat, war ein Erfolgserlebnis ausgeblieben, darunter waren auch die ersten zwei Gruppenspiele gegen Deutschland (27:30) und Spanien (25:30). Damit benötigten die Österreicher im letzten Gruppenspiel gegen Serbien schon das sprichwörtliche sportliche Wunder, um noch aufzusteigen.

Denn nur bei einem Sieg mit mindestens vier Toren Vorsprung hätte die ÖHB-Truppe die Tür zur Hauptrunde einen Spalt offengehalten. Da die Spanier aber gegen Deutschland mit 32:34 verloren, hätte Österreich auch kein klarer Erfolg mehr geholfen. Stattdessen ergab der Endstand in Gruppe A hinter Deutschland und Spanien den dritten Platz als „Trostpreis“. Mit einem „weinenden Lächeln“ packe er daher die Koffer, meinte etwa Torhüter Constantin Möstl.

Sieg gegen Serbien reicht Österreich nicht

Österreichs Herren-Handballnationalteam hat bei der EM in Dänemark, Norwegen und Schweden die Hauptrunde verpasst. Das ÖHB-Team gewann zwar zum Abschluss gegen Serbien, doch das 26:25 war für den Aufstieg zu wenig.

Gegen die starken Serben, die dem deutschen Titelanwärter ein Bein gestellt hatten, lieferten Mykola Bilyk und Co. jedenfalls einen großen Kampf. Die Verteidigung zeigte sich giftig, Möstl reaktionsschnell, nur vorne fehlte erneut die Effizienz. „Da müssen wir einfach besser werden. Wir müssen unsere Chancen reinwerfen, wir dürfen nicht so leichte Ballverluste machen“, erklärte Bilyk im ORF-Interview.

„Nicht alle in Topform“

Daher lag die verpasste Chance den Österreichern doch schwer im Magen. „Der Ärger ist schon ein bisschen da“, gab Abwehrspezialist Lukas Herburger angesichts des verpassten Aufstiegs zu. „Wir haben zu lange gebraucht, das auf die Platte zu kriegen, was wir wollten. Aber das ist irgendwo auch normal, weil wir haben einen neuen Trainer“, sagte der Vorarlberger. Gegen Serbien sei man wieder „mehr wir“ gewesen, so Herburger. „Ich glaube, dass wir ganz klar auf dem richtigen Weg sind, auf einem richtig geilen Weg.“

Ganz ähnlich sah das Führungsspieler Lukas Hutecek. Man könne mit etwas Abstand auf gute Phasen im Turnier zurückblicken. „Dass es am Ende nicht reicht für die Hauptrunde, ist schade und macht uns traurig. Aber ich glaube, die Richtung, in die wir gehen, ist die richtige.“ Hutecek nahm sich und seine Teamkollegen in die Verantwortung. „Es sind vielleicht nicht alle in Topform zu diesem Turnier gekommen. Wir wissen, dass wir besser sein müssen.“

Romeros Weg wird fortgesetzt

ÖHB-Sportdirektor Patrick Fölser versuchte, die positiven Dinge herauszustreichen, und dazu gehörte die kämpferische Leistung zum Abschluss. „In der Kabine hast du gespürt, da ist eine wahnsinnige Energie. Diese Mannschaft wollte unbedingt zeigen, dass wir hier punkten können. Das war super.“ Die Luft sei aber einfach auch „sehr dünn“ auf EM-Niveau.

Iker Romero gestikuliert während Match


IMAGO/Kessler-Sportfotografie/Gerhard Koffler

Romero dirigierte sein Team zwar leidenschaftlich, aber letztlich mit zu wenig Erfolg

Am eingeschlagenen Weg von Romero zweifelt jedenfalls niemand im Team, trotz des holprigen Starts. „Wir sind alle sehr davon überzeugt, woran wir da arbeiten und was da entsteht. Wir wollen da unseren Weg weitergehen“, sagte Hutecek. Auch Teamkollege Elias Hofer schlug in diese Kerbe: „Es ist unfassbar, was in dieser Mannschaft für ein Teamgeist herrscht. Mit Iker haben wir auch den richtigen Trainer dazu, der das zu 100 Prozent verkörpert. Wenn wir so weiterarbeiten, werden wir die nächsten Turniere wieder erfolgreich sein.“

Der Angesprochene gab die Komplimente zurück. „Ich bin ehrlich glücklich, dass ich der Trainer dieser Jungs sein darf. Ich bin happy, dass ich jeden Tag mit ihnen arbeiten darf“, sagte Romero und betonte, seine „überragenden“ Spieler hätten sich den Sieg gegen die Serben verdient. „Am Ende hat es nicht gereicht, aber die Jungs haben gezeigt, dass sie die Zukunft sind.“

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